Wie hebe ich einen Schatz?
10. Juli 2021
Uns war klar, dass wir uns mit diesem Haus ein Problem an den Hals gehängt haben: Unendlich viel Arbeit und unendlich viel Geld ist nötig, solche Aufgabe zu meistern. Aber Schatzsuche ist immer spannend.

Der ganze junge Müll musste erst einmal rausgeschafft werden, der alte Müll sichergestellt werden.
Viele fleißige Hände haben geholfen, und es wurde von Tag zu Tag spannender, was da alles sichtbar wurde.
Man kann nicht alles selber machen! Gutachten waren notwendig und wurden erstellt, jedes mal wussten wir etwas mehr.
Damit wurde der Denkmalschutz möglich und damit konnten wir an die großen Fördertöpfe kommen.
Das Haus hat überzeugt! Und auch unser Konzept hat überzeugt, hier mit dem Museum (unterhalten durch den Museumsverein Dornumersiel), der Bibliothek und dem Archiv von Karl Heinz Wiechers mitten im Ort ein sehenswertes kulturelles Zentrum zu schaffen.
Das Haus hat überzeugt! Und auch unser Konzept hat überzeugt, hier mit dem Museum (unterhalten durch den Museumsverein Dornumersiel), der Bibliothek und dem Archiv von Karl Heinz Wiechers mitten im Ort ein sehenswertes kulturelles Zentrum zu schaffen.
Wir haben Handwerker gefunden, die diese Aufgabe mit Begeisterung angegangen sind. So langsam wurde sichtbar, was davon werden kann.
Manche haben wir erst überzeugt, als das Haus fertig war.
Aber damit war es noch kein Museum. Zwar standen uns hier nur noch sehr beschränkte finanzielle Mittel zur Verfügung, aber eine arbeitswütige und kreative Gruppe, allesamt Mitglieder des Museumsvereins Dornumersiel, die dieses Wagnis angehen wollte.
Wir haben es geschafft!
Rechtzeitig zum Beginn der Osterferien 2019 konnten wir die Türen öffnen. Zwar war noch nicht alles fertig – ein Museum ist nie fertig, es muss lebendig sein und sich entwickeln – aber das merken die Gäste ja nicht oder sie geben Anregung, wo noch etwas fehlt. Schatzsuchen macht Spaß – schauen Sie sich an, was wir gefunden haben!
Wir freuen uns auf Sie im Zwei-Siele-Museum!
Die Liste von Handwerkern und Ingenieuren:
Bauvorhaben: Restaurierung eines ehemaligen Kapitänshauses, Am Alten Hafen 1, Westeraccumersiel
Bekanntgabe der Bauaufträge
Auftraggeber: K.-H. Wiechers-Stiftung, Kapitänstr. 9, 26553 Dornumersiel
Auftragnehmer: Im Rahmen beschränkter Ausschreibungen nach VOB wurden die folgenden Gewerke wie folgt vergeben:
1) Fa. Wedelich, Rastede – Zimmer-/Holzarbeiten, 21.08.2017 2) Fa. Wedelich, Rastede – Dachdecker-/Klempnerarbeiten, 14.08.2017 3) Fa. Tamme, Dunum – Bauhauptarbeiten, 13.08.2017 4) Fa. Kruse, Dornum – Elektroarbeiten, 03.09.2018 5) Fa. Matulla, Esens – Heizungs-/Sanitärarbeiten, 01.05.2018 6) Fa. Mirja Harms, Aurich – Restauratorin, 26.04.2018 7) Fa. Helmut Heyer, Wittmund – Malerarbeiten, 22.09.2018 8) Fa. Detlef Böttcher, Aurich – Statik, 16.02.2016
Abgeschlossen wurden die Maßnahmen am 15.10.2018
Für dieses Vorhaben ist eine Zuwendung von 100.000,- € aus Mitteln der LEADER-Region „Nordseemarschen“ bewilligt.
Bauvorhaben: Restaurierung eines ehemaligen Kapitänshauses, Am Alten Hafen 1, Westeraccumersiel
Bekanntgabe der Bauaufträge
Auftraggeber: K.-H. Wiechers-Stiftung, Kapitänstr. 9, 26553 Dornumersiel
Auftragnehmer: Im Rahmen beschränkter Ausschreibungen nach VOB wurden die folgenden Gewerke wie folgt vergeben:
1) Fa. Wedelich, Rastede – Zimmer-/Holzarbeiten, 21.08.2017 2) Fa. Wedelich, Rastede – Dachdecker-/Klempnerarbeiten, 14.08.2017 3) Fa. Tamme, Dunum – Bauhauptarbeiten, 13.08.2017 4) Fa. Kruse, Dornum – Elektroarbeiten, 03.09.2018 5) Fa. Matulla, Esens – Heizungs-/Sanitärarbeiten, 01.05.2018 6) Fa. Mirja Harms, Aurich – Restauratorin, 26.04.2018 7) Fa. Helmut Heyer, Wittmund – Malerarbeiten, 22.09.2018 8) Fa. Detlef Böttcher, Aurich – Statik, 16.02.2016
Abgeschlossen wurden die Maßnahmen am 15.10.2018
Für dieses Vorhaben ist eine Zuwendung von 100.000,- € aus Mitteln der LEADER-Region „Nordseemarschen“ bewilligt.
Das Westerburer Neuland ist die Marschenlandschaft östlich von Westeraccumersiel. Wenn wir vom Siel aus Richtung Pumpsiel fahren, erstreckt sich rechts der Straße eine flache Marschenlandschaft. Auf der linken Seite folgt die Straße einem alten Seedeich. Hier wurde also offenbar ein früheres Deichvorland durch einen Deich in einen Polder verwandelt. Auffällig ist die Flureinteilung. Im Bereich des Westerburer Neulandes sind es sechs weitgehend parallele Nord-Süd-Streifen, in denen jeweils an der Straße ein landwirtschaftlicher Betrieb zu finden war.

Die Accumer Ee ist ein alter Wasserlauf in der nördlichen ostfriesischen Seemarsch. Marsch ist eine Landschaft, die an der Küste von Gezeitenmeeren entsteht. Das Wort Marsch bedeutet ursprünglich Sumpf, vielleicht verwandt mit unserem heute noch bekannten Wort Matsch. Das war eine natürliche Landschaft, bevor der Mensch daraus eine Kulturlandschaft schuf, die er wirtschaftlich nutzen konnte. Naturlandschaft Diese Naturlandschaft war menschenfeindlich, denn sie wurde bei jeder Sturmflut bis an den Geestrand vom salzigen Meerwasser überflutet. Es gab kein Trinkwasser, denn Brackwasser war für Menschen ungenießbar. Es gab kaum Höhen, auf die man sich bei Überflutungen retten konnte. Es gab keine Wege, nur ein endloses Gewirr von Wasserläufen, die zudem viermal am Tag im Rhythmus der Gezeiten ihre Richtung änderten. Bäume und Sträucher gab es auch nicht, denn die vertrugen das Salzwasser nicht, nur ein endloses Meer von Schilf, das Menschen kaum überblicken konnten. Weitab von der Küste gab es Lagunen mit brackigem Wasser, für Vögel und Insekten geeignet, aber nicht für den Menschen.

Ostfriesland ist reich an mittelalterlichen Kirchen! Alleine im Einzugsbereich der Accumer Ee gab es elf mittelalterliche Kirchenbauten. Eine – die Kirche von Osterbur – wurde ein Opfer der Sturmfluten, aber der Rest kann sich durchaus sehen lassen. Gönnen Sie sich diese Augenweide mittelalterlicher Baukunst.

Bekanntlich ist Ostfriesland mit Deichen gegen die Gewalt des Meeres geschützt. Diese grünen endlosen mächtigen Wälle kennt jeder. Sie halten das salzige Nordseewasser draußen, vor allem bei Stürmen, aber auch bei normaler Ebbe und Flut. Aber Deiche haben auch eine andere Wirkungen. Sie halten das Regenwasser drinnen, es kann ja nicht über den Deich klettern. Wenn Menschen einen Deich bauen, müssen sie etwas bedenken, um das – manchmal reichliche –- Regenwasser ins Meer zu schaffen. Und diese Einrichtung nennt man „Siel“. Zu Anfang des Deichbaus war das eine hölzerne Röhre durch den Deich. Außen war eine Klappe davor. Bei Niedrigwasser konnte das Wasser die Klappe selbst aufdrücken und frei abfließen. Kam draußen die Flut, drückte sie die Klappe zu. Dann musste das Salzwasser draußen bleiben.

Ein interessanter Aufsatz, den Axel Heinze als Festschrift anlässlich der Verabschiedung von Dr.Bärenfänger (Landschaftsdirektor) verfasste. Auslöser dieser Überlegungen ist das vielfach geäußerte Interesse von Einwohnern des Harlingerlandes an der Weihnachtsflut von 1717 und den Auswirkungen dieser Sturmflut in diesem Gebiet, denn diese Katastrophe hatte wohl hier ihren Schwerpunkt. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Augenzeugenberichte, die auch sehr detaillierte Aussagen über das Ausmaß der Schäden erlauben. Trotz der nahezu völligen Zerstörung vieler Siedlungen in der Marsch wurden sie sehr schnell wiederhergestellt und bewohnt, obwohl sich solche Ereignisse doch jederzeit wiederholen konnten. Daraus folgt unmittelbar die Frage: Warum haben Menschen diesen lebensgefährlichen Raum überhaupt erschlossen und welche Fehler haben sie vielleicht bei der Erschließung gemacht? Marsch Unter „Marsch“ wird hier die fast flache Landschaft an einer Gezeitenküste verstanden, die bei normaler Flut nicht überflutet wird, aber bei Sturmfluten – also windbedingt erhöhten Wasserständen – mehrfach im Laufe eines Winters mehr oder weniger vom Wasser überdeckt wird. Handelt es sich um den Küstenbereich eines Meeres, so wird sie von Salzwasser überflutet (Küstenmarsch). In den Ästuarien wird das Wasser zunehmend brackisch bis schließlich ganz süß (Flussmarsch). Dieser Faktor ist entscheidend für die Pflanzengesellschaften, die sich hier entwickeln. Zudem ist die Sedimentation unterschiedlich, aber die Prozesse sind weitgehend vergleichbar (Zur Entstehung des Naturraumes siehe Behre 2008; 2014). Ein weiterer notwendiger Faktor ist ein langsames Anwachsen des Meeresspiegels gegenüber der Landeshöhe. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Meeresspiegel wirklich steigt oder der Boden sinkt, die Auswirkung bleibt gleich. Natürliche Höhenunterschiede ergeben sich zum Beispiel durch Uferwälle an Wasserläufen, wo vor allem oberhalb von Prallhängen relativ grobes Material abgelagert wird. Je nach Größe des Gewässerlaufes können solche Wälle Höhen von mehr als einem Meter erreichen, sind aber in ihrer Längenausdehnung immer beschränkt. Anders ist die Entwicklung parallel zur Küstenlinie. Auch hier wird bei Überflutungen gröberes Material in einigem Abstand von der Küstenlinie weitflächig abgelagert und bildet einen flacheren, aber wesentlich breiteren und oft sehr langen küstenparallelen Wall. Für dieses Phänomen wird in der niederländischen Geologie der Begriff „Kwelderwall“ benutzt, der sich als „Küstenwall“ übersetzen lässt. Bäume sind in der natürlichen Küstenmarsch kaum zu erwarten, da unsere Baumarten keinen Salzgehalt im Wasser vertragen. Die dominierende Pflanzenart ist das Schilf (Phragmitis) mit einer recht guten Salzresistenz und einer sehr guten Wasserverträglichkeit. Zudem stellt es keine besonderen Ansprüche an die Bodenart, solange genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Die Bodenarten sind in der Marsch sehr unterschiedlich. An Korngrößen stehen nur Sand, Ablagerung, da Überflutungswasser hier oft lange Zeit steht und so auch Tonmineralien zur Ablagerung kommen, während Sand hier nicht mehr hingelangt und der Schluff-Anteil immer geringer wird. Schlick entsteht vor allem in der Übergangszone von Salz- und Süßwasser durch Ausfällung und biologische Prozesse, so dass er in der Flussmarsch dominiert und Schluff und Tonmineralien zur Verfügung. Auf den „Wällen“ dominieren Sand und Schluff, eventuell noch begleitet von einzelnen Muschelschalen, da hier die Wasserbewegung für feinere Sedimente zu groß ist. Weiter entfernt von Küste und Wasserläufen gelangt nur Schluff mit unterschiedlich hohen Tonanteilen zur mit zunehmendem Abstand von Fließrinnen fast nur noch als Ton mit einem geringen Schluff-Anteil abgelagert wird.

Auf diesem Foto hat Mirja Harms noch gut 300 Arbeitsstunden und zwölf Wochen vor sich! (Bild: Handwerkskammer) Mittlerweile ist die Wand freigelegt und strahlt im alten Glanz. Im folgenden Bereicht, der am 03.09.20 im Anzeiger für Harlingerland erschien, erfahren Sie neben den Informationen zur Wandfreilegung auch etwas über Mirja Harms und ihren überaus interessanten Beruf als Restauratorin.

Wir hatten das Haus „Am alten Hafen 1“ in Westeraccumersiel erworben, um es zu sanieren und dort das „Zwei-Siele-Museum“ und die K.-H.-Wiechers-Stiftung unterzubringen. Aber bei genauerer Besichtigung des Gebäudes ergab sich ein Hindernis, mit dem wir zunächst nicht gerechnet hatten. Das Haus war immer unbeheizt gewesen, da es nur im Sommer genutzt wurde. Gleichzeitig war der Keller oder besser das ‚Niederhaus‘ durch mangelnde Drainage immer etwas feucht. Zudem fiel durch die Fenster in nordwestlicher Richtung immer ein dämmriges Licht in diese Räume. Genau das sind die Lebensbedingungen, welche die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) bevorzugt; ein geschützter Farn unserer Region, den man sonst nur in Gebirgsschluchten findet. Hier aber wuchs er im Keller eines denkmalgeschützten Hauses dicht an der Küste.





























