„Wir sind noch einmal davongekommen!“

18. Dezember 2022

Die Auswirkungen der Hamburg-Sturmflut 1962 im Harlingerland  
von Axel Heinze 

Fotografie vom Hafen in Dornumersiel nach der Sturmflut 1962.


Jede Sturmflut hat genau an einer Stelle ihre stärksten Auswirkungen: Dort, wo die größte Anzahl ungünstiger Faktoren zusammenkommt. Bei der Februar-Sturmflut 1962 war es offenbar Hamburg, weshalb diese Sturmflut auch Hamburg-Sturmflut genannt wird. Zu den Faktoren gehören der Zeitpunkt des Hochwassers, die Stärke und Richtung des Windes, der Stand von Mond und Sonne zueinander, der Abstand des Mondes von der Erde und viele andere Faktoren. 
Die Sturmflut hatte 340 Tote zur Folge, davon 315 alleine in Hamburg. Aber natürlich gab es auch Auswirkungen in einem weiten Umfeld. Wie sah es damals hier im Harlingerland aus? 
 
Auch in Ostfriesland war ein Deich gebrochen. Der Völlener Deich an der Ems nördlich von Papenburg war zerstört und der Polder unter Wasser gelaufen. Aber es hat hier keine Todesopfer gegeben. 
 
Insgesamt waren hier an der Küste 3000 ha Land überspült, aber nicht durch Deichbruch, sondern durch überlaufendes Wasser an den Deichen, weil diese eine viel zu geringe Höhe hatten. Es waren aber in aller Regel nicht die Seedeiche, sondern die flacheren Deiche vorgelagerter Polder wie zum Beispiel der Dammspolder östlich von Westeraccumersiel und Westerburer Polder zwischen Westerbur und Bensersiel. 

Westeraccumersiel

Im alten Hafen von Westeraccumersiel stand das Wasser wenige Zentimeter unter der Deichkrone. Es erreichte eine Höhe von 3,30 m über Mittelhochwasser. Wäre der Deich hier gebrochen, dann wäre das gesamte Harlingerland unter Wasser gelaufen und der Bahnhof in Dornum wäre noch überflutet worden. Nur die Häuser auf den alten Warften wären in Sicherheit gewesen.

Die Schwiegereltern von Helga Wiechers berichteten, dass in Westeraccumersiel in der Nacht ein Bus bereit stand für die älteren Gemeindemitglieder, um sie in sichere Bereiche zu evakuieren. Er kam nicht mehr zum Einsatz, weil das Wasser nicht weiter stieg. Das Hochwasser war am 17.2.62 für Bensersiel vorausberechnet für 11 Uhr 09, erreichte aber bereits 2 Stunden 20 Minuten vorher um 8 Uhr 49 seinen höchsten Punkt und stieg dann nicht weiter. Offenbar hatte die Sturmflut ihren Zenit überschritten. Der Westeraccumersiel war, anders als 1717 und 1825, vor einer Zerstörung bewahrt geblieben.

 An den Sielen gab es keine Schäden, da alle Sturmtüren rechtzeitig geschlossen wurden. In die Deichscharten waren die Bohlen eingelegt und die Zwischenräume dann mit Sand gefüllt worden. Zudem ist dieser Hafen nach Nordosten ausgerichtet, so dass die Sturmflut hier nicht so stark angreifen konnte. In dem Edenschen Hause hinter dem Westeraccumersieler Rettungsschuppen, und damit damals außendeichs, stand das Wasser bis an die Fensterbänke. Es wird erzählt, dass Frau Eden bei Sturmfluten immer auf dem Tisch saß, weil sie nicht aus dem Haus wollte.

 Allerdings wird berichtet, dass sich beim höchsten Wasserstand zahlreiche Fischkutter im Hafen losgerissen hatten. Mehrere Männer bestiegen ein Boot und vertäuten die Schiffe an Telefonmasten, Zaunpfählen und anderen geeigneten Objekten. Losgerissene Schiffe können riesige Schäden an den Deichen verursachen, wenn sie von der Brandung immer wieder gegen den Deich geworfen werden. 

Gründeich und Westerburer Polder

Im Westerburer Polder wurde ein Deichbruch befürchtet, deshalb sollten die beiden Höfe geräumt werden. Aber bevor dies vorbereitet war, stand das Wasser schon kniehoch im Polder. Das Vieh konnte nicht mehr weggebracht werden, nur die Bewohner wurden hinter den Seedeich gebracht. Allerdings stieg das Wasser nicht weiter, so dass der Deich gesichert werden konnte.

Der Landwirt und Obersielrichter a.D. Gerd Wessels aus Gründeich berichtet, dass er seine Frau mit den Kindern bereits nach Fulkum auf die Geest in Sicherheit gebracht hatte. Er selbst musste vor Ort bleiben, weil er einen der wenigen Telefonanschlüsse hinter dem Deich hatte.

Der Kolk im Gründeich vor ihrem Hof war durch den Deichbruch 1825 entstanden und 1962 konnte man von ihrem Hof aus bereits die Wellenköpfe vor dem Polder über dem Deich sehen.

Hermann Zeiger wohnte damals mit seiner Mutter am Strengeweg und arbeitete als Landarbeiter. Er kann sich noch gut an die Ereignisse im Westerburer Polder erinnern. Unmittelbar beim Hof Deters, dem östlichen Hof im Polder, war der Deich massiv geschädigt, ein 10 m breites Loch war in den Deich gerissen und der Polder stand unter Wasser. Der Polderdeich war damals niedriger als der Gründeich, der auch als Seedeich gewidmet war. Es gab noch keinen Deichverteidigungsweg, so dass die Kühe vom Hof durch das Wasser zum Gründeich geleitet werden mussten. Diese Arbeit leistete eine Bundeswehreinheit, die hier zum Deichschutz eingesetzt war. 

Blick in den Westerburer Polder nach der Sturmflut 1962

Auf dem Hof Janssen waren die Kühe im Stall geblieben und standen dort bis zum Euter im Wasser, haben dies aber gut überstanden. Schaulustige behinderten die Deichsicherungsmaßnahmen massiv. Ihre Autos mussten zunächst an die Seite geschafft werden, die Neugierigen wurden von der Polizei verpflichtet, beim Füllen und Tragen von Sandsäcken mitzuhelfen. 

Fotografie von Pferdekutschen, die Gips zum Polder liefern, der nach der Sturmflut 1962 in den Boden eingearbeitet werden musste

Der Polderboden war durch das Salzwasser massiv geschädigt. Nach der Sturmflut wurden große Mengen Gips in den Polder geliefert, der in den Boden eingearbeitet werden musste. 

Bensersiel

Das gemauerte Sielbauwerk in Bensersiel hatte dem Angriff der Sturmflut getrotzt. Aber es war deutlich geworden, dass auch hier eine Deicherhöhung und ein neues Siel erforderlich wurde. Allerdings hatte der Deich westlich von Bensersiel keinen Schlafdeich mehr hinter sich, weil der Deich bereits früher zurückgezogen wurde. Wäre es hier zu einem Deichbruch gekommen, hätte das Wasser wie 1825 unmittelbar vor der Stadt Esens gestanden. In Esens wurde am Freitag, den 16. Februar um 21.30 Uhr Katastrophenalarm ausgelöst. Im Bensersieler Hafen sah es am Morgen des 17. Februar beängstigend aus. Das Wasser war zwar inzwischen etwas gefallen, überflutete aber noch immer das gesamte Hafengelände. Die große schwimmende Granatdarre, die normalerweise am westlichen Hafeneingang lag, war vom Sturm losgerissen und weggeschwemmt worden. Aber die Zeit der Darren war sowieso abgelaufen, ihre Geruchsentwicklung vertrug sich nicht mit dem zunehmenden Fremdenverkehr. In den Darren wurde Granat getrocknet, um ihn als Hühnerfutterzuschlag zu nutzen. 

Fotografie vom Hafen in Dornumersiel nach der Sturmflut 1962.

Der Wohnwagen einer Baufirma trieb in der Nähe des Siels im Wasser, auch umfangreiches anderes Treibgut. Bei der damaligen Badeanstalt, dem Meerwasserschwimmbecken, lief die See bis hoch an den Deich. Die Strandhalle und andere Gebäude standen alle unter Wasser. Am Abend des 16.2. lief abends noch das Passagierschiff „Mecki“ von Langeoog ein, allerdings konnten die Fahrgäste nicht an Land kommen und mussten einige Stunden auf dem Motorschiff ausharren. 

Alte Fotografie von Hafen Neuharlingersiel nach der Sturmflut 1962

Neuharlingersiel

Hier erreichte der Pegel 9,15 m über Pegelnull und damit 3,25 m über Normal. Das Wasser stand bis nach Mitternacht noch immer bis an die damals kurz vorher errichtete Schutzmauer. Diese Mauer hat 1962 den Ort gerettet. Sie wurde in den 80-er Jahren durch aufgesetzte Planken erhöht, aber auch dieses Maß bietet heute keine Sicherheit mehr. Zwei Baubuden im Hafen waren zusammengefallen und abgetrieben. Das Spiekerooger Fährschiff war im Neuharlingersieler Hafen festgemacht, weil es an dem damaligen Inselanleger am Westende der Insel zu sehr gefährdet gewesen wäre. Östlich von Neuharlingersiel, wo früher auch eine Darre stand, war der Deich stark angegriffen. Unmittelbar vor der Kappe an der Außenseite klaffte ein großes Loch, in dem die Wogen unablässig wühlten. Feuerwehrleute und Männer des Siels standen mitunter bis zum Hals im eisigen Wasser, um die Gefahrenstelle mit Pfählen, Buschwerk und Sandsäcken zu sichern. Auch in Richtung Harlesiel hatte der Deich des Friedrichsgroden in der Umgebung von Dreihausen mehrere Schwachstellen. 

Altes Foto der Deichanlagen von Harlesiel, die die Sturmflut 1962 gut überstanden.

Harlesiel

Hafen und Deichanlagen von Harlesiel waren erst wenige Jahre zuvor völlig neu erbaut worden und haben ihre Feuertaufe in dieser Sturmflut gut überstanden. Der Pegel erreichte hier mit 9,10 m um 18.50 Uhr seinen Höchststand. Wäre dieses Siel nicht gewesen, hätte die alte Friedrichschleuse sicherlich Probleme bereitet. 

Langeoog

Bei dem orkanartigen Sturm brach die Flut tief in die Dünen Langeoogs ein. Die Flut drang in den Großen Sloop, das Wasser lief in eine Wohnbaracke im Pirola-Tal. Die Bewohner wurden von den Wellen überrascht, konnten sich aber retten. Die Wohnung wurde noch in der Nacht von der Inselfeuerwehr geräumt. Die Randdünen waren an der Nordwestecke bei Rathmann auf 180 m bis zu 20 m in der Tiefe verschwunden. Die „Kajüte“ wurde von den Fluten umspült, die Gewächshäuser in der Nähe überflutet. Vom neuen Flinthörndeich waren 250 m fortgespült, der Rest sehr beschädigt. Feuerwehrleute und Schüler waren über Stunden damit beschäftigt, Sandsäcke zu füllen, um damit weitere Dünenabbrüche zu verhindern. Allerdings befand der Dünenmeister Gerdes, dass die Insel verhältnismäßig wenig gelitten hat. 

Spiekeroog

Die Insel Spiekeroog hatte viel stärker gelitten. Die Deiche am Bahnhof und auf dem Heller wurden überflutet und 90 % der Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Im Bahnhof stand das Wasser 1,5 m hoch. Theodor Janssen von Spiekeroog berichtete, dass die Giftbude vollständig verschwunden war, nur ein paar Mauern von einem Neubau standen noch. Auf dem Strand lag nur noch ein Trümmerfeld. Die Düne, die Promenade und auch die schräg gemauerte Schutzmauer waren vollständig zerstört. Die Stromversorgung war schon frühzeitig ausgefallen, zeitweise gab es kein Trinkwasser und die Telefonverbindungen waren ausgefallen. Hubschrauber der Bundeswehr versorgten die Insel mit dem Notwendigsten und brachten zwei werdende Mütter ins Krankenhaus nach Wittmund. Menschenleben waren auf Spiekeroog nicht zu beklagen, aber viel Kleinvieh war in den Fluten umgekommen. 

Fazit

Auch hier im Harlingerland war man nicht optimal vorbereitet auf solche Katastrophen. Wie in Hamburg musste auch hier die Bundeswehr helfend einspringen. Die Feuerwehrleute waren für solche Einsätze völlig unzureichend ausgerüstet. Deichsicherheitswege waren in weiten Bereichen nicht vorhanden. 

Ein roter VW-Käfer steht nach der Sturmflut 1962 auf dem Deich. Zu sehen sind Schaulustige. Vor dem Deich Männer von Hilfsorganisationen und Bundeswehr.

Der Regierungspräsident Eiben erließ einen Aufruf, in dem es unter anderem hieß: „Die Arbeiten am Deich werden außerordentlich behindert durch Schaulustige, die mit ihren Kraftwagen die Zufahrtsstraßen verstopfen. Von den Hilfsorganisationen, insbesondere von den Männern der Bundeswehr, kann nicht erwartet werden, sich in pausenlosem Einsatz aufzuopfern, während die, zu deren Sicherheit der Deich dient, die Katastrophe zum Anlass nehmen, einen Ausflug mit ihren Familien an den Deich zu machen. Es ist mir berichtet worden, dass arbeitsfähige Männer mit den Händen in den Taschen den Bemühungen der Hilfsmannschaften zugeschaut haben. Ein solches Verhalten ist gewissenlos! … Neben jedem Mann der Bundeswehr muss ein Ostfriese stehen! Wir Ostfriesen wollen uns nicht nachsagen lassen, dass wir, anders als unsere Väter, in der Stunde der Gefahr versagt hätten.“

Das Bildmaterial wurde dankenswerterweise von der Deichacht Harlingerland zur Verfügung gestellt, die sachlichen Informationen stammen von Zeitzeugen oder aus den Materialien der K.-H.Wiechers-Stiftung in Dornumersiel. 

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25. Februar 2021
Ein interessanter Aufsatz, den Axel Heinze als Festschrift anlässlich der Verabschiedung von Dr.Bärenfänger (Landschaftsdirektor) verfasste. Auslöser dieser Überlegungen ist das vielfach geäußerte Interesse von Einwohnern des Harlingerlandes an der Weihnachtsflut von 1717 und den Auswirkungen dieser Sturmflut in diesem Gebiet, denn diese Katastrophe hatte wohl hier ihren Schwerpunkt. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Augenzeugenberichte, die auch sehr detaillierte Aussagen über das Ausmaß der Schäden erlauben. Trotz der nahezu völligen Zerstörung vieler Siedlungen in der Marsch wurden sie sehr schnell wiederhergestellt und bewohnt, obwohl sich solche Ereignisse doch jederzeit wiederholen konnten. Daraus folgt unmittelbar die Frage: Warum haben Menschen diesen lebensgefährlichen Raum überhaupt erschlossen und welche Fehler haben sie vielleicht bei der Erschließung gemacht? Marsch Unter „Marsch“ wird hier die fast flache Landschaft an einer Gezeitenküste verstanden, die bei normaler Flut nicht überflutet wird, aber bei Sturmfluten – also windbedingt erhöhten Wasserständen – mehrfach im Laufe eines Winters mehr oder weniger vom Wasser überdeckt wird. Handelt es sich um den Küstenbereich eines Meeres, so wird sie von Salzwasser überflutet (Küstenmarsch). In den Ästuarien wird das Wasser zunehmend brackisch bis schließlich ganz süß (Flussmarsch). Dieser Faktor ist entscheidend für die Pflanzengesellschaften, die sich hier entwickeln. Zudem ist die Sedimentation unterschiedlich, aber die Prozesse sind weitgehend vergleichbar (Zur Entstehung des Naturraumes siehe Behre 2008; 2014). Ein weiterer notwendiger Faktor ist ein langsames Anwachsen des Meeresspiegels gegenüber der Landeshöhe. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Meeresspiegel wirklich steigt oder der Boden sinkt, die Auswirkung bleibt gleich. Natürliche Höhenunterschiede ergeben sich zum Beispiel durch Uferwälle an Wasserläufen, wo vor allem oberhalb von Prallhängen relativ grobes Material abgelagert wird. Je nach Größe des Gewässerlaufes können solche Wälle Höhen von mehr als einem Meter erreichen, sind aber in ihrer Längenausdehnung immer beschränkt. Anders ist die Entwicklung parallel zur Küstenlinie. Auch hier wird bei Überflutungen gröberes Material in einigem Abstand von der Küstenlinie weitflächig abgelagert und bildet einen flacheren, aber wesentlich breiteren und oft sehr langen küstenparallelen Wall. Für dieses Phänomen wird in der niederländischen Geologie der Begriff „Kwelderwall“ benutzt, der sich als „Küstenwall“ übersetzen lässt. Bäume sind in der natürlichen Küstenmarsch kaum zu erwarten, da unsere Baumarten keinen Salzgehalt im Wasser vertragen. Die dominierende Pflanzenart ist das Schilf (Phragmitis) mit einer recht guten Salzresistenz und einer sehr guten Wasserverträglichkeit. Zudem stellt es keine besonderen Ansprüche an die Bodenart, solange genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Die Bodenarten sind in der Marsch sehr unterschiedlich. An Korngrößen stehen nur Sand, Ablagerung, da Überflutungswasser hier oft lange Zeit steht und so auch Tonmineralien zur Ablagerung kommen, während Sand hier nicht mehr hingelangt und der Schluff-Anteil immer geringer wird. Schlick entsteht vor allem in der Übergangszone von Salz- und Süßwasser durch Ausfällung und biologische Prozesse, so dass er in der Flussmarsch dominiert und Schluff und Tonmineralien zur Verfügung. Auf den „Wällen“ dominieren Sand und Schluff, eventuell noch begleitet von einzelnen Muschelschalen, da hier die Wasserbewegung für feinere Sedimente zu groß ist. Weiter entfernt von Küste und Wasserläufen gelangt nur Schluff mit unterschiedlich hohen Tonanteilen zur mit zunehmendem Abstand von Fließrinnen fast nur noch als Ton mit einem geringen Schluff-Anteil abgelagert wird.
Mirja Harms im Zwei-Siele-Museum
4. September 2020
Auf diesem Foto hat Mirja Harms noch gut 300 Arbeitsstunden und zwölf Wochen vor sich! (Bild: Handwerkskammer) Mittlerweile ist die Wand freigelegt und strahlt im alten Glanz. Im folgenden Bereicht, der am 03.09.20 im Anzeiger für Harlingerland erschien, erfahren Sie neben den Informationen zur Wandfreilegung auch etwas über Mirja Harms und ihren überaus interessanten Beruf als Restauratorin.
Denkmalschutz Naturschutz
22. August 2019
Wir hatten das Haus „Am alten Hafen 1“ in Westeraccumersiel erworben, um es zu sanieren und dort das „Zwei-Siele-Museum“ und die K.-H.-Wiechers-Stiftung unterzubringen. Aber bei genauerer Besichtigung des Gebäudes ergab sich ein Hindernis, mit dem wir zunächst nicht gerechnet hatten. Das Haus war immer unbeheizt gewesen, da es nur im Sommer genutzt wurde. Gleichzeitig war der Keller oder besser das ‚Niederhaus‘ durch mangelnde Drainage immer etwas feucht. Zudem fiel durch die Fenster in nordwestlicher Richtung immer ein dämmriges Licht in diese Räume. Genau das sind die Lebensbedingungen, welche die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) bevorzugt; ein geschützter Farn unserer Region, den man sonst nur in Gebirgsschluchten findet. Hier aber wuchs er im Keller eines denkmalgeschützten Hauses dicht an der Küste.